Riesling ein echter Genuss
Man sagt, die edelsten und fruchtigsten Weine der Welt liefert der Riesling. Er bildet jedenfalls neben Gewürztraminer, Weißburgunder, Ruländer und Sauvignon und Semillon die erste Klasse unter den Weißweinsorten. Diese Feststellung ist umso bemerkenswerter, als der Riesling nicht etwa in den warmen südlichen Weinbauregionen seinen Stammsitz hätte. Sein Stammland liegt vielmehr im Rheingau, an Mosel-Saar-Ruwer, Mittelrhein und Nahe, aber auch im Elsass. Woher die Rebsorte tatsächlich stammt, kann nur vermutet werden. Man weiß, dass die Rieslingrebe bereits im 15. Jahrhundert am Rhein und im 16. Jahrhundert an der Mosel weite Verbreitung gefunden hat. Andere Vermutungen besagen, dass sie sich am Rhein aus einer Wildrebe entwickelt hat. Auch die Herkunft des Namens Riesling ist spekulativ. Im Jahr 1490 wird in Worms erstmals die Bezeichnung “Rußling” in einer Urkunde erwähnt. Vielleicht leitet sich der Name aber auch von davon ab, dass in der Blütezeit die Blüte bei schlechtem Wetter ofmals “abrieselt”.
Auf jeden Fall ist es so, dass die Rieslingrebe nur in der Sonne zugewandten und steilen Lagen und dann noch am besten auf schieferhaltigen Böden wirklich gedeiht. Solche Lagen gibt es in den genannten Weinbaugebieten und vor allem nun einmal am Rhein. Für die Bezeichnung Riesling wurden und werden aber auch noch andere Namen verwendet. Man spricht auch vom Moselriesling, vom Klingelberger in Baden, oder Johannisberger und meint aber den weißen Riesling. In Österreich ist die Bezeichnung Rheinriesling gebräuchlich. Daneben gibt es einige Synonyme, die aber nicht den weißen Riesling betreffen. Grauer Riesling ist Ruländer, Schwarzriesling meint die Müllerrebe oder Hunter Riesling den Semillon. Der Welschriesling, auch italienischer Riesling genannt, liefert in Österreich und Norditalien gute Standardweine, erreicht aber nicht die Qualität des echten Rieslings. Offiziell ist die Bezeichnung dieser Weine als Riesling in Europa nicht erlaubt. Riesling kann sich auch in der Liebfrauenmilch wieder finden. Diese Sorte wird in Amerika dann Johannisberger Riesling oder Rhine Riesling genannt. Da die Qualität eines echten Rieslings leicht erkennbar ist, stellen alle diese Reben keine Konkurrenz für den wahren Riesling dar.
In Deutschland wird seit Jahrzehnten an Weiterzüchtungen der Rieslingrebe gearbeitet. So war der Müller-Thurgau die erste bekannte Kreuzung zwischen der spätreifenden Rieslingrebe und der frühreifenden Silvanerrebe. Zu den erfolgreichen Züchtungen zählt man unter anderen den Reichensteiner, den Ehrenfelser (ein fort entwickelter Müller-Thurgau), den Kerner aus Rotem Trollinger und Riesling oder den Bacchus (Riesling-Silvaner-Müller-Thurgau). Die Rebsortenkunde ist eine der schwierigsten Bereiche der Weinbaukultur. Angeblich sollen sogar bestimmte Reben in Portugal und Spanien deutscher Riesling sein.






